der titel ist mal absichtlich kurz und krumm, eine art neusprech (siehe roman 19841).

zuerst habe ich ja ‘ne mail in unserem regenbogenhain bekommen, von ryuu/thursa, erst später begriff ich, warum. weil sie auf ihrem blog schon was schrieb. dann verstand ich schon mehr. danach musste ich mich aber mit dem nötigen hintergrund vertraut machen, und dem kleinen zwist dazu.

ich finde, dass meine mailantwort auch hier gut passt, weil’s eh nur meine meinung und einstellung ist:

die waage der spiritualität hat mehr als zwei arme. das gleichgewicht ist schwieriger herzustellen, kann dafür aber feiner justiert werden.

schwarz und weiß, gut und böse, männlich und weiblich, plus und minus — all diese gegensätze sind von menschenhand produziert. in der spiritualität spielen sie gar keine rolle.

hinzufügen will ich nun hier noch:

toleranz sollte wichtig sein, muss es. aber nicht als grund des zusammenhalts gegenüber den “nicht-heiden”, sondern einfach allgemein. als jemand, der/die der heidnischen religionen und neuschaffungen frönt und demzufolge kaum auf verifizierbare und authentische quellen zurückgreifen kann, können wir doch eh nie einen alleinstellungsanspruch erheben. dualistische wie auch “polyistische” (gibt’s dafür n vernünfigen begriff?) spiritualität sollte nebeneinander existieren dürfen ohne in kleinkriegen zu enden. nur weil mein verständnis (wie auch zB thursas und andere) von spiri eher un- bzw. vielgeschlechtlich2 einhergeht, spreche ich es niemanden ab, dass er/sie/es/what ever eben ein anderes bild davon hat. mögen m/w-orientierte, dreifaltige/-geschlechtige oder sonstwie aufgebaute spiritualitäten/religionen/glaubensrichtungen/{eigene definition deines weltbildes} ihren weg gehen. aber schmeißen wir uns doch nicht auch noch gegenseitig steine in den weg.

haben wir nicht gerade in deutschen landen schon ohnehin das problem, nicht schief angeschaut zu werden, weil wir eben keine christen sind oder einer anderen “anerkannten” religion/ideologie angehören, die zudem nicht auch noch anrüchig ist?

hier sehe ich die gleichen mauern aufgebaut, wie ich sie auch in der schwulen welt wieder finde (bei der lesbischen kenn ich mich eben nicht so aus): aufm CSD wollen wa alle nicht nur toleriert werden, sondern auch akzeptiert. aber innerhalb der “szene” kommen wa nicht ma miteinander klar, sprich: die verschiedenen — bunten! — ausprägungen. sicher, ich mag nicht unbedingt die aufgedonnerte tunte, DAS muss ich aber auch nicht. dennoch lasse ich ihm/ihr den spielraum. und trotzdem ist es in den köpfen nicht wirklich angekommen. darum ist zB der CSD in gewisser weise eine farce, so sehe ich das. wir kämpfen für etwas, was wir nicht einmal selbst schaffen. toll, oder?

und ohne den jetzigen wortwechsel unnötig und grundlos hochzuspielen – manchmal sehe ich ja mehr, als da ist –, bitte macht doch selbst nicht aus einer mücke einen elefanten! das gilt für sämtliche seiten!

ich hoffe ja, dass unser regenbogenhain-treffen ein erfolg wird und vielleicht damit sogar richtungsweisend sowohl für die spirituellen als auch sexuellen richtungen ist. wer mehr erfahren möchte, möge sich bei uns in der mailinggruppe melden.3

zum abschluss und erinnerung an alle:

die freiheit eines menschen endet dort, wo die freiheit des anderen beginnt. think about!


meine sporadische runen-geschichte geht auch bald wieder weiter. es braucht halt eben zeit, bis sie sich mir klar offenbart. und geduld soll ja eine tugend sein. ;o)

  1. heut ma kein link, wer’s wissen will, suchen oder wikipedia []
  2. EDIT: der unterschied beider nimmt sich gegenüber den zweigeschlechtlichen kaum etwas, wenngleich es verschiedene auffassungen sind. ich versteh dich dennoch, thursa *zwinker* []
  3. wir sind zwar offen “für alle(s)”, aber dennoch eine geschlossene gruppe, damit jede/r den nötigen raum findet, sich zu entfalten und zu öffnen. nicht jeder mag auf den großen platz gestellt werden. offen für jeden ist zB unser wiki. da kann jede/r lesen. []